Brockmanngasse 95

Aus Baugeschichte
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Österreich » Steiermark » Graz » 8010

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47° 3' 41", 15° 26' 32"


Alte Tramway-Remise

In der Brockmanngasse befindet sich eine alte Tramway-Remise, bestehend aus zwei länglichen, einstöckigen Gebäuden, deren zur Brockmanngasse hin vorgeblendete Fassade mit zurückhaltendem Dekor dem Sezessionismus zuzuschreiben ist. Es war vermutet worden, dass die alte Remise noch zur Pferdebahn gehörte. Die schon 1878 eingeführte Pferdestraßenbahn in Graz befuhr zunächst nur die Linie Südbahnhof - Jakominiplatz, wurde aber sehr bald auf ein Streckennetz von über 10 km erweitert, eine Linie führte auch zur Industriehalle. Fahrzeuge und Pferde waren aber in einem Gebäude in der Nähe des Südbahnhofs untergebracht (ehem. Remise II zwischen Eggenberger Gürtel und Finkengasse, heute Bauamtsgebäude). Erst anlässlich der Umstellung auf elektrischen Betrieb (die erste "Elektrische" fuhr am 24. Juli 1899) wurde die Remise samt Kohlekraftwerk zwischen Steyrergasse und Brockmanngasse errichtet. Ein Stadtplan von ca. 1910 zeigt die "Zentrale d. Elektr. Tramway" und zwei Gleise, die von der Steyrergasse aus in die beiden Hallen führen. (Nach: Sternhart, Straßenbahn in Graz, 1979)

Kommentare

Im März 2012 berichtete die Kleine Zeitung über die neue Remise der Grazer Straßenbahn: "Große Änderungen gibt es dafür im unmittelbaren Umfeld der Remise. Weil wir die Finanzierung der neuen Remise aus eigenen Mitteln aufstellen müssen, werden wir das gesamte Areal der alten Remise freimachen", sagt Holding-Graz-Chef Wolfgang Malik. Das 18.250 Quadratmeter große, in drei Grundstücke unterteilte Areal Steyrergasse, Schönaugasse Brockmanngasse, Anzengrubergasse wird verkauft. Es ist zu hoffen, dass die alte Remise nicht der hier sicher vernünftigen Verdichtung zum Opfer fallen wird. Nach einem Konzept des Jahres 1978 sollte das ganze Gelände zwischen Brockmanngasse und Schönaugasse für Zwecke der GVB genutzt werden.

Laukhardt 16:25, 5. Sep. 2012 (CEST)

Nachdem die Umwidmung des Remisen-Areals am 4.12.2014 vom Grazer Gemeinderat beschlossen wurde, hat SOKO Altstadt am 12.12.2014 das Landeskonservatorat gebeten, eine Unterschutzstellung der Alten Remise zu prüfen. Es ist nämlich zu befürchten, dass man das gesamte nördliche Areal "freimachen" will und es dabei zu einem Abbruch des historischen Bauwerks kommen könnte. Die Schutzzone nach dem GAEG endet ja leider einige Häuser weiter östlich.

Laukhardt (Diskussion) 19:14, 12. Dez. 2014 (CET)

Einzelnachweise