Grabenhofenweg 64

Aus Baugeschichte
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47° 5' 42", 15° 26' 15"


Neu-Grabenhofen

Die aktuelle Gestalt des alten, ehemaligen Wein-Gutes lässt auf den ersten Blick nicht erkennen, dass es eine lange Geschichte hat. Zwar sind jene frühere Ansicht widerlegt, dass hier die Burg der alten Ritter von Graben gelegen war (die vielleicht oberhalb der Kreuzung der Grabenstraße mit der Hochsteingasse, auf Grabenstraße 90c zu suchen ist), doch ist auch hier genug Historisches zu vermelden: 1578 verkaufte Erzherzog Karl II. zwei Hubweingärten am Graben dem Christoph Hueber; zu den Anrainern gehörte auch ein Haugg bzw. Hauck, ein Einpacher (aus dem bedeutenden Grazer Geschlecht) und Ferdinand Hofmanns Bühl (der Herbitzkogel, auf dem die kleine Gloriette steht?). Diese Weingärten kamen, scheint es, an Ferdinand Hoffmann auf Grünbühl und Strechau, und wurden 1591 dem Dr. Adam Venediger verkauft. Als dieser, ein Protestant, im Zuge der Gegenreformation fort mußte, verkaufte er am 30. August 1600 diesen Besitz dem landesfürstlichen Rate Niklas Tschandik. 1612 wird der Besitzer an den erzherzoglichen Diener Adam Grueber (von Grubegg) und seiner Gattin Salome weitergegeben; wir erfahren von "einem gemauerten Stockh oder Behausung", darunter einem gemauerteen Keller, einer Presse, zwei "Weinzierlein" Winzerhäuschen), Baum- und Gemüsegarten, anrainend u. a. "an des Meisters Georg Peupoldt, Hofpalbierers Weingarten bis an das Törl. Die Weingarten sind in einem Stückh, gleich einem khessel, beisammengelegen und bergrechtfrei" (das bedeutete, dass von den Erträgnissen der Weingärten kein Zins zu zahlen war). Nach einigen Zwischenbesitzern gelangte das Gut 1773 an Josef Boseth von Trautenburg, der lt. Pirchegger das neue Schloss Grabenhofer erbaute, bis er die "Herrschaft Neu-Grabenhofen" 1777 dem Hof- und Gerichtsadvokaten Johann Baptist Egger überließ. Der DEHIO Graz datiert die Erbauungszeit mit Fragezeichen ins 16. Jahrhundert und nimmt Um- und Zubauten 1800 (das Korbbogen-Steintor trägt dieses Datum, auch die Türflügel stammt aus dieser Zeit) und Ende des 19. Jh. an; nach Baravalle wurde der Edelmannsitz (Neu-)Grabenhofen im 18. Jahrhundert, also von einem der letztgenannten Besitzer Trautenburg oder Egger errichtet. Die Eigentümer wechselten häufig. Zwischen dem Grabenhofen- und dem Zusertalweg besaß das Gut Grabenhofen im Jahre 1826 das Dominium über 25 Häuser, die zumeist Bauern und kleinen Leuten gehörten.

(Nach Luschin, Einges vom Rosenberg; Pirchegger, Häuserbuch östl., Pirchegger, Graben)

Von 1905 an kennt Arnold Luschin Frau Pauline Huth als Besitzerin des Gutes. Ihr gehörte damals auch die "Villa Hönigstein", Hochsteingasse 61. Alte Andritzer erzählen noch von verwandtschaftlichen Beziehungen zu dieser Familie und wissen von einem angeblich gotischen Raum in dem weitläufigen Gebäude. Aus dem ersten Weltkrieg stammt eine Information, die für unsere Recherche interessant ist. Im Tätigkeitsbericht 1918 zur Kriegsbeschädigtenfürsorge wird festgestellt: "Erholungsheim Grabenhofen. Mit 1. September 1916 wurde die wind- und staubgeschützte, am südwestlichen Hange des waldbekränzten, durch seine Naturschönheiten berühmten Grazer Rosenberges gelegene Pension Grabenhofen zur Ergänzung der Lungenheilstätten (Hörgas und Enzenbach) herangezogen". Dieses Erholungsheim, das vorher Grabenhofen-Huth hieß, leitete dann ebenfalls Dr. Hans Pohl; den Bericht 1918 erstattet bereits seine Witwe. 40 Betten standen den Lungenkranken zur Verfügung. Auch im Jahre 1944 verzeichnet das US-Kriegsministerium hier das Erholungsheim "Grabenhofen".

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